Es piept, eine Lampe leuchtet auf und in der Klartextanzeige ist ‘ABS AUSSER BETRIEB’ zu lesen. Dies geschah mir neulich im Stadtverkehr, als ich einen neuen Radiosender einstellen wollte.

Schleunigst bin ich der Sache hinter den Grund gegangen, da das ABS das sichere Lenken während einer Gefahrenbremsung gewährleistet. Auf diesen Sicherheitsaspekt möchte ich ungern verzichten, zumal das System, da es vorhanden ist, auch funktionstüchtig sein sollte.

Da ich als Kfz-Mechatronikerin arbeite, bin ich am nächsten Tag auf die Grube gefahren und hab in erster Linie die Steckverbindungen in der Nähe der Sensoren geprüft. Sie sollten sauber, frei von Korrosion und sicher mit dem Gegenstück verbunden sein.

Da ich einmal die Stecker getrennt hatte, prüfte ich mittels eines Multimeters Widerstand der Sensoren. Achtung! Zündung ausschalten. Sensor vom fahrzeugseitigem Kabelbaum trennen, da sonst Schäden an der Elektronik die Folge sein können, und erst dann nur Richtung des Sensors messen. Wenn in das Steuergerät gemessen wird, kann dies beschädigt werden. Bei der Messung sollte ein Wert von rund 1kΩ bis 1,5kΩ (Kilo Ohm) angezeigt werden. Werte darunter oder darüber können bereits als Fehler erkannt und angezeigt werden. Misst man jetzt zum Beispiel den Wert 1,7kΩ, so ist das nicht gleich ein Fehler, denn die Messwerte variieren temperaturabhängig.

Ich hatte an jedem Sensor einen Wert von 1,6kΩ gemessen, außer an dem Raddrehzahlsensor hinten rechts. 6MΩ – Wert steigend, zeigte das Multimeter an. Da war der Fehler schnell gefunden, ein defekter Sensor.

Um das Rad abzuschrauben, muss man den XM aufbocken. Da ich auf einer Grube stehe, hatte ich nur einen Grubenheber zur Verfügung. Ich sicherte die Vorderachse mit Keilen gegen Wegrollen, hob das Fahrzeug an und sicherte es mit Böcken an den dafür vorgesehenen Aufnahmepunkten mit einem Stück Holz dazwischen, um Schäden zu vemeiden.

Der Bock sichert das Fahrzeug, damit es trotz demontierten Rades einen sicheren Stand hat.

Ich löste die Kabel aus den dafür vorgesehenen Stellen und schraubte die M6 Schraube am Sensor mit Schlüsselweite zehn ab.

Im Normalfall kann man den Sensor nun herausziehen. Wie gesagt, im Normalfall. Da es bei mir nicht der Fall war, musste ich schwere Geschütze aufstellen.

Mein Sensor zerbrach, bei dem Versuch ihn heraus zu ziehen, in zwei Teile. Ein Teil steckte noch drin und mir blieb nichts anderes übrig, als mit einem kleinem Bohrer um den Sensor im Achsstumpf herum zu bohren.

Ein gewagter Schritt, aber sonst hätte ich den Sensor niemals heraus bekommen.

Da muss man sehr vorsichtig sein, denn wenn man zu weit nach innen drückt, beschädigt man das Polrad und es kann kein plausibles Signal erkannt werden, obwohl der Sensor in Ordnung wäre.

Es war sehr fusselig, denn ich hatte gefühlt jede einzelne Wicklung des Sensors heraus geholt. Doch dann war er soweit gelöst, dass ich ihn mit einer Spitzzange herausziehen konnte.

Das Loch, in dem der Senor steckte, muss man nun vorsichtig von den letzten Korrosionsresten befreien. Vorsicht! Nicht zu viel Richtung Achsstumpf schieben, sonst muss man das Radlager öffnen und säubern, da die Späne sich im Lager verkanten und es zerstören.

Nun kann man den neuen Sensor hinein schieben und mit der M6 Schraube fest schrauben. Wenn man jetzt einmal an der Narbe dreht, sollte der Sensor nicht am Polrad hängen bleiben. Ist das der Fall, dann den Sensor ein kleines Stück zurück ziehen und wieder fest schrauben. Ist der Sensor aber zu weit weg vom Polrad, so ist das Signal ebenfalls unplausibel, aber da die Mitte zu finden ist nicht schwer.

Die Kabel wieder in die dafür vorgesehenen Halterungen klicken und den Sensor wieder verschrauben.

Nachdem ich das Rad wieder montiert hatte, bin ich eine Runde Probe gefahren. Der Fehler wurde nicht mehr angezeigt.

Es gibt allerdings zwei verschiedene Arten von ABS-Fehlern. Bei der ersten Variante wird der Fehler bereits bei Zündung EIN gezeigt, da ist höchstwahrscheinlich der Sensor defekt, oder hat keine Verbindung mit dem Steuergerät. Bei der zweiten Variante wird der Fehler erst beim Fahren über 30Km/h angezeigt, da ist meistens das Signal unplausibel, das heißt die Werte des Sensors fehlerhaft aufgrund zu großer Übergangswiederständen der Steckverbindungen oder das Polrad ist verdreckt bzw. der Sensor ist zu weit vom Polrad entfernt (das nennt man auch Luftspalt zu groß). Im schlimmsten Fall ist das Steuergerät defekt.

 

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Vivien Rose

Seit 2013 bin ich gelernte Kfz-Mechatronikerin und leidenschaftliche Citroënfahrerin. Nach meinem ersten Auto, ein ZX, schlägt mein Herz nun für meinen XM V6.

Da bei dem XM auch immer mal Problemchen auftreten, zeige ich hier, wie ich diese erfolgreich löse.

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