Beim Lenken vernahm ich ein leises Quietschen und sah vorsichtshalber in den Motorraum, da ich schon eine Vorahnung hatte.
Das Domlager der rechten Seite hatte einen gefährlich geringen Abstand zur Spritzwand.

Da ich bereits seit knapp einem Jahr einen Satz revidierte Domlager im Lager herum liegen habe, war es nun an der Zeit, meine zu erneuern. Ich wechselte gleich beide, da bin ich auf der sicheren Seite.


Liste der benötigten Werkzeuge und Materialien:

• 10er Nuss mit Knarre
• 12er Ringschlüssel oder Nuss mit Knarre
• 17er Maulschlüssel
• 19er Nuss mit Knarre (oder Schlagschrauber für das Demontieren der Räder)
• 27er Nuss mit Knarre
• Drehmomentschlüssel
• Bandschlüssel für Ölfilter
• Großer Hammer
• ein Stück Holz
• Bremsenreiniger
• ca. ½ Liter LHM Plus


Zuerst wird das Auto vorn sicher aufgebockt. Dazu bei Motorlauf auf Höchststellung und Böcke drunter. Da mein rechter Schweller nicht mehr so toll aussieht, stellte ich die Böcke unter den Hilfsrahmen (siehe Bild).

Danach stellte ich mittels dem Regler auf Tiefstellung, die Räder hatten sich „hoch gezogen“. Diese wurden nun demontiert.
Der nächste Schritt war nun die Schraube des Druckreglers zu öffnen (!!!ACHTUNG!!! NICHT komplett heraus schrauben!!!). Die Schraube wird um maximal 2 Umdrehungen geöffnet, bis ein Zischen zu hören ist. Wird sie komplett heraus gedreht, fällt eine kleine Kugel heraus, die als Dichtung dient. Wird die Schraube zu fest angedreht, führt das ebenso zu Undichtigkeiten.

Bevor ich die Federkugeln lösen konnte, drückte ich das komplette Federbein mittels eines Wagenhebers nach oben, damit bei der späteren Demontage nicht so viel LHM austritt.

Nun konnte ich die Federkugeln mittels eines Bandschlüssels lösen. Im Normalfall sind sie nicht sehr schwer zu lösen. Ich nahm eine Tüte und stülpte sie unter die Kugel, um das LHM aufzufangen, welches heraus treten könnte. Die Kugel mit der Öffnung nach oben wurde zur Seite gelegt.

Die Leitung hatte ich mit einem 17er Maulschlüssel an der Überwurfmutter gelöst. Die Leitung war mit einem Winkel am Domlager befestigt, diese löste ich mit der 10er Nuss und der kleinen Knarre.

Als nächstes nahm ich die 27er Nuss und schraubte die große Mutter ab, damit ich die Kolbenstange des Federbeins herunter drücken konnte. Doch ich schraubte sie nicht komplett ab, sondern so, dass sie bündig mit dem Gewinde ist. Dann nahm ich ein Stück Holz und den großen Hammer. Damit konnte ich nun die Kolbenstange nach unten schlagen (im Laufe der Jahre sitzt die ziemlich fest, aber ein beherzigter Schlag löst sie)

Beim herunter Drücken der Kolbenstange trat etwas LHM aus, daher stellte ich ein Ölauffangbehälter darunter. Vorher musste ich die Staubmanchetten herunter ziehen.

Achtung: Bei mir passierte es, dass die Antriebswelle der Fahrerseite aus dem Differential heraus rutschte. Dabei trat einiges an Getriebeöl heraus. Ich drückte die Welle wieder hinein und sicherte die Achse mit einem Holzklotz.

Nun löste ich die vier Muttern mit einer 13er Nuss und der Knarre. Das Domlager fiel nach unten durch. Ein rot/orangener Anschlagpuffer fiel mit heraus.
Ich reinigte den Sitz des Lagers und behandelte diesen mit etwas Rostschutzgrundierung.

Nachdem ich die Dichtgummis für die Kolbenstange UND der Kugeln erneuert bzw. getauscht hatte, montierte ich alles in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammen. Den Anschlaggummi durfte man nicht vergessen, mit der konischen/angeschrägten Seite nach oben. (Die 27er Mutter wird mit 45 Nm angezogen, die kleinen 13er Muttern mit 20 Nm, wer es genau machen möchte.)

Nachdem alles wieder zusammen war, montierte ich die Räder (Anzugsdrehmoment der Radschrauben: 90 Nm) und startete den Motor. Vorher überprüfen, ob die Schraube am Druckregler wieder herein gedreht wurde.
Ich stellte den Regelschieber auf Höchststellung, bockte den XM ab und ließ den Motor ein paar Minuten laufen, um das System zu entlüften. Dabei kann passieren, dass die Karosserie etwas „springt“, das liegt aber an der Entlüftung der Kolbenstangen des Federbeins.

Nach einer Dichtheitskontrolle füllte ich etwa einen halben Liter LHM auf.
Nach einer kurzen Probefahrt war meine Arbeit beendet.

Viel Spaß beim Nachschrauben ☺

Hier noch ein paar Bilder:

Einige Bilder stammen von mir, andere wurden von Michael Werth erstellt, da er auch vor Kurzem sein rechtes Domlager gewechselt hatte. Um eine bessere Veranschaulichung zu gewährleisten, wurden Bilder von zwei verschiedenen XM verwendet.

 

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Vivien Rose

Seit 2013 bin ich gelernte Kfz-Mechatronikerin und leidenschaftliche Citroënfahrerin. Nach meinem ersten Auto, ein ZX, schlägt mein Herz nun für meinen XM V6.

Da bei dem XM auch immer mal Problemchen auftreten, zeige ich hier, wie ich diese erfolgreich löse.

Mein Projekt, Restauration eines Citroën ZX 2.0 16v, läuft aktuell auf vollen Touren. Schau vorbei und entdecke Neues, denn ein Citroën bewegt.