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So pflegte es jedenfalls meine Mutter immer zu sagen.

Und wie es so mit Müttern ist: Sie haben immer recht!

Gestern wollte ich einen Freund bei Hannover besuchen. Eine Tour von insgesamt knapp 600km. Sollte in einem XM je eher kein Problem sein 😉

Leider war die Fahrt für mich nach ca. 120km schon vorbei. Denn bei einem Überholvorgang, der wirklich “pedal to the metal” bedeutet, gab es auf einmal einen Knall aus dem Motorraum vorne rechts. Kurz darauf schnellte die Motortemperatur von 85°C auf fast 100°C hoch und die Warnung “Kühlwasserstand zu niedrig – sofort anhalten” wurde in der Klartextanzeige zusätzlich zu den passenden roten Lämpchen angezeigt.

Zum Glück war die nächste Raststätte nur ca 200m entfernt, so dass ich mich dort mit meinem XM unterstellen konnte und nicht auf dem Standstreifen eine Diagnose vornehmen musst. Denn es hat geschüttet wie sonst was 😉

Also angehalten, Motor ausgestellt, Zündung aber an gelassen, so dass der Kühlerventilator weiter läuft. Als ich die Motorhaube öffnen wollte, kam mir schon weißer Dampf entgegen. Das bedeutet nichts gutes!

So sah es unter der Motorhaube aus:

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Grund dafür war ein geplatzter Ausgleichsbehälter:

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Alles kein Problem! Wofür hat man schließlich einen Schutzbrief? Also schnell die HUK angerufen und nach 10 Minuten Wartezeit der netten Dame am anderen Ende der Leitung versucht klar zu machen, dass ich keinen Pannenhelfer benötige, sondern einfach einen Huckepacktransport nach Hause.

Nein, das ginge nicht! Ein Fachmann muss sich das erst anschauen.

Also gut! – Grummel.

Selbiger “Fachmann” von der “Assistance” kam dann auch und entpuppte sich als Abschleppdienst, der nur abschleppen will und sonst nichts. Als ich ihm eröffnete, dass ich 120km zurück nach Dortmund gebracht werden wollte, bekam ich nur ein striktes NEIN entgegnet.

Wie bitte?! Also nochmal bei Anwesenheit des Abschleppers mit der Versicherung gesprochen. Nach langem hin und her war dann der Stand der Dinge so, dass man meinen XM zu dem Abschleppunternehmen bringt, diesen dort 24-48h unterstellt und ich mit einem Mietwagen weiterfahren könne. Mein XM würde mir dann innerhalb von 48h nach Dortmund gebracht.

Hallo?! Was soll denn der Mist? Ich muss nur zurück nach Dortmund und will keine unnötigen Kosten mit einem Mietwagen produzieren.

Nein, das geht nicht – das wird immer so gemacht.

Also wurde weiter diskutiert und ich konnte mich mit dem Abschlepper darauf einigen, dass man meinen XM zu deren Firma bringt, ich mit deren Mietwagen schnell nach Dortmund husche, in 2h zurück bin und mit dem neuen Ausgleichsbehälter meine Fahrt fortsetze. So weit so gut. Bis auf die Tatsache, dass man €200,- Kaution haben wollte. Und das in Bar, nicht wie üblich als Kreditkartenbuchung, die halt nur bei einem Schadenfall ausgelöst wird. Neee, Leute – so nicht. Hier ging es mir jetzt nicht ums Geld, sondern um die Tatsache, dass ich für meine Versicherung in Vorkasse gehen sollte! Was ist das für ein Geschäftsgebaren, wenn von Versicherungen beauftragte Firmen nicht mehr selbigen vertrauen. Dafür schließe ich doch Versicherungen ab um eben nicht in Vorkasse gehen zu müssen. Die €200,- wären erstmal weg gewesen. Wie lange es gedauert hätte diese wieder zu bekommen, ist unklar.

Ich habe den “Service” dann dankend abgelehnt und die Assistance wieder weg geschickt. In den Einsatzbericht habe ich “Kunde hilft sich selbst” schreiben lassen; denn so war es ja auch 🙁

Gut, dass es noch Freunde gibt, die schneller und besser agieren als Pannendienste und Versicherungen. An dieser Stelle sehr herzlichen Dank an Jonas Mundzeck, der nach meinem Hilferuf 300km Fahrt auf sich genommen hat, um mir einen neuen Ausgleichsbehälter zu bringen.

Während der Wartezeit habe ich mir ein wenig Gedanken um die Zylinderkopfdichtungen gemacht. Also noch schnell bei Christian Osthues einen ZPJ Motor mit 60000km weniger als den aktuell verbauten organisiert. Nur für den Fall der Fälle.

Jonas kam dann nicht nur mit einem neuen Ausgleichsbehälter, sondern auch mit einem CO2 Lecktester, mit dem man testen kann, ob die ZKD defekt sind. Es muss ja einen Grund haben, dass der Ausgleichsbehälter geplatzt ist. Eine defekte ZKD liegt hier natürlich nahe. Auch wenn Wasser und Öl unauffällig sind.

Der CO2 Tester funktioniert so: Eine blaue Testflüssigkeit verändert ihre Farbe zu gelb, sobald CO2 eine chemische Reaktion in der Flüssigkeit in Gang setzt. Die Reaktion zu gelb haben wir mit ausgeatmeter Luft simuliert.

Man lässt also den Motor warm laufen und saugt dann regelmäßig die Luft aus dem Ausgleichsbehälter an.  Vorher stellt man mittels Atemluft die Flüssigkeit so ein, dass sie kurz vor dem Umschlagpunkt steht. Sollten die ZKDs defekt sein, wird CO2 angesaugt und die Flüssigkeit schlägt komplett zu gelb um.

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Das passierte aber nicht. Die Flüssigkeit wurde wieder blau. Also sind die ZKDs okay!

 

Der Verdampfer der LPG-Anlage kann es auch nicht sein. Denn der Motor läuft völlig problemlos und ruhig auf LPG; außerdem roch es nicht nach LPG, was wir später dank eines netten TÜV-Prüfers mit Hilfe eines “Gas-Schnüfflers” bestätigen konnten.

Also einigten wir uns darauf, dass der Behälter wohl schon eine Vorschädigung hatte und den plötzliche Druckanstieg beim Kick-Down und der damit verbundenen Drehzahlerhöhung auf 5500 U/min. nicht ausgehalten hat. Jedenfalls fällt uns keine bessere Erklärung ein.

Die Weiterfahrt und dann auch Rückfahrt nach Dortmund verlief problemlos. Die Kühlwassertemperatur bleib bei 85°C festgenagelt und Wasserverlust wurde auch nicht angezeigt.

 

Ich werde mir jedenfalls jetzt auch einen CO2 Tester zulegen. Den gibt es bei Amazon für ca. €65,- oder bei eBay etwas billiger.

CO2 Tester bei eBay: KLICK!


CO2 Lecktester Lecksucher


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Kleiner Schaden, der in 10 Minuten behoben werden konnte, aber fast 4h Stunden Wartezeit durch komische Absprachen von Versicherungen nach sich gezogen hat.

Nur gut dass das gestern passiert ist und nicht erst auf der Fahrt zur Citromobile in den Niederlanden am ersten Maiwochenende 😮

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Seit dem Jahr 2000 schraube ich regelmäßig an meinen Citroëns.
Im “learning by doing”-Verfahren habe ich mir mittlerweile soviel Wissen angeeignet, dass meine Autos seither keine KFZ-Werkstatt mehr von innen gesehen haben.

Dieses Wissen möchte ich mit euch teilen.

Daher dieses Blog mit meinen Erfahrungen, von einem Hobbyschrauber, für Hobbyschrauber.