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Ich war selber jahrelang ein Gegner vom Befüllen von Federkugeln. Und wenn überhaupt man dies nur mit originalen Kugeln machen sollte, da die eine vermeintlich bessere Qualität haben.

Nachdem ich aber über die Jahre mitbekommen durfte, dass die Qualität der Nachbau-Federkugeln für BX und XM immer besser wurde, sprich Verbesserungen an der Membran vorgenommen wurden, habe ich mit einem Freund einfach das Projekt „Federkugeln selber befüllen“ in Angriff genommen.

Eines vorweg: Für jemanden alleine lohnt sich die Anschaffung der Gerätschaften kaum, es sei denn man hat 3-5 Citroëns mit Hydropneumatik in seinem Fuhrpark. Denn insgesamt muss man knapp unter €300,- investieren, bevor man die Federkugeln seines Citroëns befüllen kann.

Bis vor einigen Jahren gab es zwei Systeme auf dem Markt: Eines aus der Schweiz und eines aus Italien. Mittlerweile gibt es nur noch die italienische Version zu kaufen. Dieses wird von Tecnosir vertrieben. Google hilft hier bei der Suche nach dem Online-Shop weiter.

 

Was braucht man also?

1.: Die Befüllarmatur.

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2.: Die Valprex Ventile.

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3.: Eine Stickstoffflasche.

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Bitte auch mit gasförmigen Stickstoff vorsichtig umgehen. Nur in sehr gut belüfteten Räumen verwenden, am besten im Freien, das Gas nicht einatmen und die Flasche ebenfalls in gut belüfteten Räumen, besser im Freien aufbewahren.

 

Die Befüllarmatur bereitet leider auch gleich das erste Problem! Denn die Italiener verschicken diese Armatur mit einem Flaschenanschluss für italienische Gasflaschen. Dieser passt jedoch nicht auf die deutschen Flaschen, die einen Anschluss nach DIN 477-1, Anschluss Nr. 10 haben. Dieser hat laut DIN ein Rechtsgewinde mit den Dimensionen W 23,32 x 1/14.

Jetzt kann man diverse Anbieter von Edelgasflaschen aufsuchen und nach einer solchen Überwurfmutter fragen. Man wird immer eine negative Antwort bekommen oder dass man 100 Stk. abnehmen muss.

Also sucht man bei ebay und kauft dort einen entsprechenden Anschluss. Die Suchbegriffe „din 477 überwurfmutter“ und „eingangsanschluss stickstoff“ sollten bei Google und ebay entsprechende Ergebnisse hervor bringen, die alle so um die €25,- kosten. Im Übrigen ist es egal, was an der Überwurfmutter noch so dran hängt, denn man braucht wirklich nur diese. Bekommt man also günstig einen Schlauch mit diesem Anschluss, kann man diesen erwerben, durchschneiden und die Überwurfmutter verwenden.

Denn an der Befüllarmatur kann man den Anschlußstutzen abdrehen und die Überwurfmutter gegen die passende ersetzen.

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Hat man diese kleine Hinderniss überwunden, was in einem Forum unglaublich hoch gespielt und als sehr kompliziert dargestellt wird, kann man mit dem Befüllen beginnen.

 

Die Ventile einbauen.

Bei einigen Kugeln kann man direkt am Auto die Ventile einschrauben. Andere muss man leider ausbauen. Ich persönlich habe alle Kugeln ausgebaut und im Schraubstock die Verschlußstopfen der Federkugeln durch Ventile ersetzt.

a) Kugel einspannen und mit einer großen Zange den Verschlußstopfen los drehen. ACHTUNG! Es entweicht Stickstoff, also diesen nicht einatmen. Zusätzlich bitte einen Gehörschutz verwenden, da der noch in der Kugel befindliche Rest an Stickstoff recht laut entweichen kann.

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Zischt es gar nicht mehr oder nur sehr wenig, sprich es ist kein Restdruck mehr auf der Kugel, muss man diese ersetzen, da die Membran dann schon zu zersetzt ist.

Ja, ingenieurtechnisch richtig müsste man mit einem Druckprüfer den Restdruck der Kugel ermitteln. Aber ganz ehrlich: Warum? Bei einem Preis von €35,- für die Nachbaukugeln, die an Qualität gewonnen haben (s. o.), baue ich bei keinem oder zu geringem Zischen einfach eine neue ein und spare mir den Bau eines Kugeltesters.

Später, wenn man die Kugeln dank des Ventils direkt am Fahrzeug befüllen kann, zeigt einem das Manometer, wieviel Restdruck noch vorhanden ist. Ist dieser zu gering, muss man die Kugel ersetzen, da man sich sonst Stickstoff in das hydraulische System pumpt.

 

b) Das Ventil mit der Dichtung vorbereiten.

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c) Das Ventil in die Kugel schrauben und fest ziehen. Aber Vorsicht; nach fest kommt ab!

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d) Die Befüllarmatur an die Gasflasche anschließen und das Ventil am Griff, welches den Befülldruck regelt schließen. Die Gasflasche aufdrehen. Das kleine Manometer zeigt den Druck der Gasflasche an.

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e) Jetzt kann man die Befüllarmatur an die Kugel anschließen und fest drehen.

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Das große Manometer zeigt den Restdruck der Kugel an; bei der Erstausrüstung ist dieser natürlich Null!

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f) Mit dem Regler den Druck so lange in der Kugel erhöhen, bis der gewünschte Druck erreicht ist. 5-10 bar mehr als vorgeschrieben dürfen es schon sein. Welche Kugel wieviel Druck benötigt, könnt ihr hier nachlesen: KLICK!

 

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g) Hat man den richtigen Druck eingestellt, Flache und Regler zu drehen und die Befüllarmatur abdrehen (Achtung, etwas Stickstoff entweicht!), das Ventil mit dem Ventilschutz fest verschließen und den Staubschutz aufsetzen.

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Fertig!

Jetzt ist die Kugel wieder bereit zum Einbau.

Hat man alle Kugeln des Systems frisch aufgefüllt und funktionieren die Hydractive Ventile an eurem XM, dann ist die darauf folgende Fahrt ein wahrer Genuss. Ich für meinen Teil hatte noch nie einen besser federnden XM, als nach dem Ausrüsten der Federkugeln mit Ventilen.

 

Bonne Chance
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