Auf ciao.de habe ich schon im Oktober 2003 beschrieben, wie ich zu meinem ersten BX gekommen bin. Warum dieser Bericht nicht auch hier auf der Seite der BX IG zu lesen ist, weiß ich nicht genau
Aber das soll sich jetzt ändern! Hier also der etwas überarbeitete Bericht, wie ich zu meinem ertsen BX kam.
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Liebe auf den ersten Blick
Es gibt drei wichtige Punkte für den "normalen", deutschen Autofahrer beim BX zu beachten:
1. Der Wagen ist anders! Das war er schon in den 80ern und wird es auch immer bleiben. Und das nicht nur vom äußeren Erscheinungsbild. Das ganze Konzept ist wider des deutschen Autofahrerverstandes. Hier gilt nur für Individualisten: "Reinsetzen und wohlfühlen." Der deutsche Autofahrer sagt erstmal: "Wo sind denn hier die ganzen Schalter? Bei meinem Golf ist das aber anders."
2. Die Wagen sind Zicken! Wenn man sie nicht pflegt, zicken sie rum. Und sei es nur, daß auf einmal das Schiebedach nicht mehr geht oder irgend ein Relais seine Arbeit verweigert.
3. Daraus folgt: Wer nicht selber schrauben kann, muß event. viel Geld in Reparaturen stecken, da sich kaum eine freie Werkstatt an den BX traut.
Nun aber en Detail meine Erfahrungen:
Wie kam ich zu dem Wagen?
Im Jahre 2000 fuhr ich an einem Freitag im Mai mit meinem 17 Jahre alten Peugeot 205 (der mich übrigens in 11 Jahren auch nie im Stich gelassen hat) an einem Nissan-Händler vorbei. Da ich mir zu der Zeit sowieso schon seit längerem ein neues Auto zulegen wollte, schaute ich mich mal um. Und da stand er dann: Ein dunkelblau metallic farbener BX 16 TGI Deauville. Das wichtige an diesem Wagen war für mich, daß er ABS (ist relativ selten bei den BXen), Servolenkung und einen KAT hatte. Denn mein 205 besaß keines von diesen Dingen und ich hatte mir zur Vorgabe gegeben, daß mein nächster Wagen dies haben sollte. Ich habe mich sofort verliebt. So einen "Rauf - Runter" - Wagen wollte ich schon immer haben. Da der Laden schon zu hatte, ab ins Internet und Infos über den BX gesucht. In dem Forum http://www.citforum.de bin ich dann auch fündig geworden. Man hat mir dort innerhalb einer Stunde nach meinem Posting alle Fragen beantwortet, die ich zu dem Wagen hatte! Also, dann am Samstag noch vor der Arbeit zu dem Händler und sich den Wagen angeschaut:
- Motor läuft
- Hydraulik fährt problemlos hoch
- keine X-Beine
- GEKAUFT!
Da ich wie gesagt nur kurz vor der Arbeit den Wagen begutachtet habe, konnte ich keine Probefahrt machen, was sich nicht als Nachteil heraus stellte. Für DM 2450,- wechselte er dann den Besitzer und ich konnte den Wagen Montags abholen.
Nun war ich also stolzer Besitzer eines BX , was ich auch gleich in dem o. g. Forum verkünden mußte. Ihr glaubt gar nicht, wie schnell man in diese "Szene" rein rutscht.
Schnell waren Treffen vereinbart und mein Wagen wurde begutachte. Alles so weit ok. Nur die Federkugeln sollte ich doch erneuern. War mir nicht aufgefallen, da ich nur die normalen Autos kannte. Danach konnte man wirklich sagen: "Schweben wie Gott in Frankreich!"
Ab dann ging es los mit der Rumschrauberei an dem Wagen. Aus Spaß an der Sache und aus Notwendigkeit:
- Aus Unwissenheit, riß ein Monat später der Zahnriemen bei 88000km. Der Motor überlebte es - neuer Riemen drauf und läuft!!!! Hätte ich beim Kauf gewußt, daß alle 80000kam der Riemen gewechselt werden muß, hätte ich den Preis noch etwas gedrückt - egal.
- Von einem "BX-Schlachter" aus der Szene erwarb ich für DM 400,- gute Alus und eine komplette GTi Innenausstattung, welche wesentlich bessere Sitze hat als die Serien-Sitze des Deauville.
- Nach etwa 6 Monaten waren die Schwingarmlager hinten hin, so daß sich die charakteristischen X-Beine bildeten. In diesem Monat fuhr mir hinten einer drauf: Schaden DM 1200,-, welchen ich selber für ca. DM 150,- behoben habe
- Nach etwa 9 Monaten fing jedoch das Ruckeln an. D. h. auf der Autobahn ging bei konstanter Geschwindigkeit plötzlich das Gas weg und kam mit einem Ruck wieder. Man saß also immer headbangend im Auto
Ich habe fast 1 Jahr gebraucht, um den verdammten Fehler dauerhaft zu beheben. Ich habe es mit einem neuen Steurgerät, einer neuen Einspritzanlage und allen möglichen neuen Sensoren probiert. Immer kam nach einigen Wochen der Fehler wieder. Es waren zwar alles Gebrauchtteile, dennoch alles sehr kostspielig. Alles in allem dürften das so DM 1000,- gewesen sein. Die Ursache des Fehlers war dann aber ein nicht sichtbarer Riß im Kabelbaum des Motorraumes. Den kompletten Kabelbaum habe ich dann gebraucht für DM 25,- erstanden und seither schnurrt der Motor wie ein Kätzchen. Der Durchschnittsverbrauch liegt bei 7,8l/100km, welchen ich in meinem jährlichen Frankreich-Urlaub auf den dortigen Landstraßen auf 5,9l/100km senken konnte!!!
- Jetzt kommen eigentlich nur noch Kosten, welche nicht nötig gewesen wären, aber von mir gewünscht waren: Nebelscheinwerfer, elektr. rechter Außenspiegel, Hifi-Anlage, eine Lederausstattung, etc.
- Dann noch die normalen Verschleißteile, wie Bremsscheiben- und Beläge, LIMA, etc.
- Rost habe ich an meinem BX noch keinen entdeckt.
- Bislang kam er immer ohne Mängel durch den TÜV.
- Aktuell müßte ich eigentlich die vorderen Federbeine wechseln, welche schon im Keller liegen, damit mein Wagen wieder richtig schwebt. Momentan fährt er sich halt wie ein normales Auto
Der BX wird meist leider nicht so gepflegt, wie Papas Opel, Benz, BMW oder VW und erscheint daher schmuddelig und minderwertig. Ein Golf aus dem Ende der 80er (hier wurde die 2. Serie des BX gebaut) ist definitiv schlechter verarbeitet als ein BX!
Fazit:
Wer einen BX kaufen will, macht sich entweder vorher schlau (die URLs dazu stehen im Text) oder nimmt jemanden mit, der sich wirklich gut mit einem BX auskennt. Denn sonst kann man auch mal wirklichen Schrott angedreht bekommen, da die Verkäufer die Unwissenheit der Käufer oft ausnutzen.
Wenn man sich dann noch etwas um den Wagen kümmert, spricht etwas mehr macht, als nur Öl nachkippen, hat man eine Wagen, der einen nie im Stich läßt.
Dazu hat man noch ein Auto, daß nicht jeder fährt, aus der Masse des aktuellen Auto-Einheitsbreies heraus sticht und einen Fahrkomfort bietet, den man sonst nur in der Oberklasse findet.
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Tja, das war der Bericht zu meinem, jetzt Andrea´s Deauville. Noch voller Elan und Begeisterung für dieses Auto. Der Elan ist vielleicht etwas geschrumpft, die Begeisterung jedoch geblieben.
In diesem Sinne: Traut euch und helft mit dieses charakteristische Auto von Citroën der 80er Jahre zu erhalten!
Euer
Michael Werth





